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WORLD OF VILA

– KUNST | GESCHICHTEN |  TRÄUME  –

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I

Die Kunst des Lebens

Über künstlerische Prozesse, Träume und Selbstfindung

Von dem Augenblick an, in dem wir alt genug sind, um zu verstehen, was um uns herum geschieht, wird uns nachdrücklich und wiederholt beigebracht, dass alles in dieser Welt einen bestimmten Zweck, einen Platz, eine Ordnung hat, eine Regel oder ein Gesetz befolgt – und dass wir davon nicht ausgenommen sind. Das Problem dabei ist nicht, dass eine solche Denkweise existiert – sie beweist lediglich, dass wir nach Sicherheit streben und nach etwas Bleibendem suchen – sondern die Schwierigkeit liegt in dem Glauben, dass sie jedem anderen Aspekt unseres Lebens überlegen sei.

Wir haben Angst vor dem Innehalten und vor der Stille.

Wenn uns eine Flut von Informationen entgegen strömt, verlangt sie unausweichlich all unsere Zeit, Kraft und Aufmerksamkeit. Folglich bleibt uns keine Zeit, um bewusst über andere Dinge nachzudenken. Und wenn wir uns ständig mit solch dringenden Problemen auseinandersetzen müssen, sind wir in der Lage den Fragen aus dem Weg zu gehen, die etwas weniger leicht zu beantworten sind als beispielsweise, was man anziehen sollte oder wie man seine Rechnungen begleichen könnte, Fragen, die uns tatsächlich für mehr als sieben Sekunden beschäftigen und uns unser Leben lang bewegen könnten, weil sie etwas Tiefergreifendes berühren, das viel mehr damit zu tun hat, wer wir wirklich sind, als Menschen, Personen, Individuen, und nicht bloß als ein konsumierender, austauschbarer Teil der Gesellschaft.

Das Wort Kunst an sich scheint nicht mehr als eine leere Hülle zu sein, eine bloße Ansammlung von Buchstaben.

Die Frage, die sich aus diesem Zusammenhang ergibt, ist die Frage nach dem Wesen der Kunst selbst. Was könnte Kunst in einer Welt bedeuten, die so unzählige Möglichkeiten der sinnlichen Erfüllung, gar Befriedigung, bietet, dass wir kaum entscheiden können, wo wir hinsehen sollen? Wir werden täglich von Bildern, Klängen, Dingen, wir unbedingt besitzen müssen und Menschen, die wir als schön empfinden sollen, ertränkt. Nichts erscheint uns noch als neu, alles ist uns bereits begegnet – irgendwo, irgendwie. Eine Unterscheidung aufgrund von Qualität zu treffen scheint unmöglich, dadurch überflüssig, was letztendlich in Verwirrung und zunehmender Gleichgültigkeit mündet. Trotzdem erwarten wir mehr. Die Informationen strömen weiter auf uns ein und wir brauchen sie. Wir haben gelernt die Verantwortung für unser Denken, dafür, was wir uns ansehen und worauf wir uns konzentrieren auf die Technologie zu übertragen, um mehr Zeit für wichtigere Dinge zu haben. Die Frage, welche Dinge das sein könnten, bleibt allerdings offen.

Das Einzige, das sich mit Bestimmtheit sagen lässt, ist, dass Kunst ein Produkt ist, das sich in einzigartigen, zeitspezifischen Formen materialisiert und manifestiert.

Kunst war etwas, das wir einst wertgeschätzten und verehrten, etwas, das uns zu Tränen rührte, mit Freude erfüllte, uns die Sprache verschlug, etwas das beinahe überirdisch wirkte und doch so unmittelbar mit dem Hier und Jetzt, den Menschen, die sie erschufen, verbunden war. Kunst war etwas Einzigartiges, eine sorgfältig erschaffene Konzentration der Essenz einer Zeit, eines Gefühls, einer Sichtweise, ein Ausdruck des Zeitgeists. Heute ist es schwer für uns Kunst zu definieren und auszumachen, weil Kunstwerke in eine Welt geboren werden, die gelernt hat, ihre verschiedensten Produkte gerade durch die Mechanismen der Kunst als etwas Wertvolleres zu tarnen (und noch viel wichtiger) zu verkaufen, als sie eigentlich sind.

II

Die Kunst des Träumens

Träumen ist kein temporärer Zustand, es ist eine Lebensweise.

In einer Welt, die uns beibringt unsere Fantasie außen vor zu lassen und rational und darauf fokussiert zu bleiben, was wir als “die wichtigen Dinge” ansehen, gibt es nur einen einzigen Ort, an den wir uns zurückziehen können: unseren eigenen Verstand. Auch wenn es nicht so scheint, tun wir dies ständig, sogar jede Nacht und mehrmals täglich, wenn unsere Gedanken plötzlich unkontrollierbar in ungeahnte Richtungen abdriften. In diesen Träumen, betrachten wir unser Leben aus verschiedensten Blickwinkeln, unsere tiefsten Sehnsüchte werden uns vergegenwärtigt, wir überschreiten Grenzen, überwinden Hindernisse, wir ringen mit der Wahrheit und fordern das Schicksal heraus.

Wir tun das Unmögliche.

Auf diese Weise lassen sich Träume als Verbindungen zu einer anderen Welt betrachten, zu einer Sphäre, die außerhalb unseres Bewusstseins liegt. Aber andererseits können wir sie auch als biologische Prozesse ansehen, die unser Nervensystem benötigt, um mit den unausweichlichen Ein- und Ausdrücken der uns umgebenen Welt zurecht zu kommen. Unser Verstand verarbeitet die Dinge, die wir im Wachzustand nicht in der Lage waren zu verstehen. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass unsere Träume unsere stärksten Emotionen und fundamentalen Instinkte mit völlig rationalen Gedanken und Analysen unseres Selbst verbinden.

Diese Ambivalenz zwischen Körper und Seele, Herz und Verstand, Traum und Wirklichkeit begegnet uns immer wieder auf verschiedene Weise und macht  jeden Aspekt unseres Daseins aus. Sie ist aufs Tiefste mit unserer Existenz, mit allem, das wir tun und allem, das uns umgibt, verbunden.

Träume haben die Kraft Anspannung abzubauen, sie können uns beruhigen, uns stärken, uns Hoffnung geben und unser (Unter)Bewusstsein mit unserer Vorstellungskraft verbinden. Manchmal geben sie uns aber auch ein Gefühl der Unsicherheit, und zwingen uns dazu, unserer größten Angst ins Augen zu sehen, sie provozieren unsere Gedanken, rütteln uns buchstäblich auf. Das Gefühl das sie uns geben, kann einen großen Einfluss auf unser Leben und darauf haben, wie wir Dinge betrachten, wenn wir einen Weg finden, unsere Träume festzuhalten.

Träume sind Impulse, pure Energie, die in Gedanken, Ideen, Taten münden.

Wir brauchen Träume, aber sie brauchen auch uns, die Träumer.

III

Der Künstler

Über den, der stetig erschafft.

Ein Träumer lebt tausende Leben zugleich, er eilt wieder und wieder durch seine eigenen Gedanken, erschafft ganze Welten nur aus seiner Vorstellung heraus und zerstört sie wieder. Aber niemals betrachtet er etwas als unmöglich. Nicht für einen einzigen Moment. Weil er sich von den Einschränkungen unserer Welt befreit hat, ist es ihm möglich etwas zu erschaffen und nach seinen eigenen Regeln zu leben.

Ich sehe mich nicht nur als Künstlerin, ich gestalte, erschaffe und erzähle Geschichten.

Aus dem verzweifelten Bedürfnis heraus, Kunst zu definieren (was zeigt, wie sehr sich der Einfluss meiner Umwelt in meiner Denkweise niederschlägt) bin ich zu dem Schluss gekommen sie als Ausdruck selbst zu sehen, als ein Produkt, eine Materialisierung von Träumen, wie ich bereits erwähnt habe. Kunst ist Kampf, Angst, Krieg, Unsicherheit, Sieg, Stolz, Freude, Dankbarkeit, Liebe…

Auf diese Weise erhält Kunst für jeden Menschen eine andere Bedeutung. Sie lässt sich nicht definieren, und genau darin liegt ihre Macht.

Kunst und Träume sind für mich unzertrennlich geworden: Träume als Ideen, Wege der Selbsterfahrung und die Quelle meiner Inspiration, die meinen Werken Tiefe und eine surreale, dunkle Kraft verleihen und Kunst als der endgültige Ausdruck, die Verbindung zu der Welt, die mich umgibt, der Spiegel, der unausweichliche Weg, um lebendig zu werden – für meine Träume und mich selbst.

Du musst deine Träume leben, denn niemand sonst wird es für dich tun.

Das Erleben von Zweifeln, Angst, Selbstentfremdung und starken “negativen” Gefühlen allgemein ist ein natürlicher Teil des Lebens und damit auch des Arbeitsprozesses eines Künstlers. Trotzdem glaube ich, dass jedes Gefühl und jede Stimmung unausweichlich zu dem endgültigen Wert und der Authentizität des Ausdrucks eines Werkes beiträgt. Mit jedem neuen Projekt ergründe ich die Welt, die mich umgibt und die Welt in mir selbst auf neue Weise, indem ich mich selbst vor neue Herausforderungen stelle, mich weitertreibe als zuvor, versuche einen neuen Blickwinkel einzunehmen, um etwas zu tun, das ich noch nicht getan habe, um diese Welten zusammen zu führen… um meinen Träumen an Orte zu folgen, die noch niemand zuvor gesehen hat.

xXx

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